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Strahlenschäden und
Strahlung
Chemisches
Grundwissen
Als erstes wollen wir unsere Vorstellung von einem Atom etwas präzisieren.
Der Atomkern ist ja bereits ausführlich in dem Menüpunkt
"Kernphysik" behandelt worden, jedoch nicht die Atomhülle, da
dies zu diesem Zeitpunkt nur verwirrt hätte. Die Atomhülle beinhaltet
mehrere Schalen. Eine Schale ist ein "Orbit" um den Atomkern, auf
dem sich die Elektronen eines Atoms bewegen können. So hat man eine Art "mehrschichtige
Kugel". Auf jeder Schicht bzw. Schale können sich eine bestimmte Anzahl von
Elektronen befinden, welche alle konzentrisch um einen Atomkern kreisen.
Diese Schalen bestehen nicht aus Materie, sondern sind eine Art
Magnetfeld. Auf der dem Atomkern nächsten Schale befinden
sich maximal 2 Elektronen. Da ja Atome eine unterschiedliche Anzahl von
Protonen haben, unterscheidet sich auch die Zahl der Elektronen. Die
Schalen werden von innen nach außen nummeriert, so dass die dem Kern
nächste Schale die 1. Schale ist. Je höher die Zahl der Schale ist, um
so mehr Elektronen können sich auf ihr befinden. Jede Schale kann nur
eine bestimmte Anzahl an Elektronen aufnehmen. Sind mehr Elektronen
vorhanden, wie auf eine Schale passen, werden die Überflüssigen der
nächst höheren Schale zugeordnet. Wollen wir das an einigen Beispielen
vertiefen:
Ein Wasserstoffatom
besitzt 1 Proton und ein Elektron. Das Elektron kreist auf der dem
Atomkern nächsten Schale (der 1. Schale) um das Proton.
Helium besitzt zwei Protonen und zwei Elektronen. Diese
Elektronen teilen sich die 1. Schale, und kreisen auf dieser um den
Atomkern.
Lithium hat nun jedoch 3 Protonen und Elektronen,
von denen sich zwei auf der 1. und ein weiteres auf der zweiten Schale
befindet. Das 3. Elektron befindet sich auf der 2. Schale, da die 1.Schale
maximal 2 Elektronen aufnehmen kann.
Eine Schale ist dann gesättigt, wenn sie keine Elektronen mehr aufnehmen
kann, da die Maximalzahl an Elektronen schon erreicht ist. Diese
Maximalzahl kann man errechnen, indem man die Nummer der Schale quadriert,
und mit zwei multipliziert. Dementsprechend berechnet man die Maximalzahl
für die 2. Schale folgendermaßen:
Die Schale unmittelbar über der ersten trägt die Nummerierung 2. 2 im Quadrat sind 4. Diese 4 wird
nun noch mit 2 multipliziert, so dass man als Ergebnis 8 erhält. Das
bedeutet, dass die zweite Schale 8 Elektronen aufnehmen kann.
Die dritte
Schale kann dementsprechend (3x3x2=)18 Elektronen aufnehmen.
( Nehmen wir für die Schalennummer die Variable "n", lautet die
Formel : n x n x 2 = max )
Alle Stoffe sind darauf ausgerichtet, dass sich auf ihrer äußersten Schale 8
Elektronen befinden (Ausnahme: Helium und Wasserstoff). Um dieses Ziel zu erreichen, teilen sich die Atome
Elektronen, oder geben sie aneinander ab. Die Abgabe oder Aufnahme von Elektronen
"ionisiert" die Atome, so dass sie eine positive oder negative Ladung annehmen.
Wir sollten an dieser Stelle kurz den Begriff "Ion" erklären.
Ein Ion ist einem Atom sehr ähnlich. Es besteht ebenfalls aus Protonen,
Elektronen und Neutronen, welche auch einen Kern und eine Hülle bilden.
Allerdings stimmt bei einem Ion die Zahl der Protonen nicht mit der der
Elektronen überein, so dass diese Abformung von einem Atom nach außen
nicht magnetisch neutral ist.
Da das eine Ion einer solchen Verbindung -
welches ein Elektron aufnimmt - eine negative Ladung mehr hat als sie
durch die Anzahl der Protonen ausgeglichen werden, nimmt es eine negative Ladung
an. Das andere Ion nimmt eine positive Ladung an, da eine positive Ladung
eines Protons nicht mehr ausgeglichen
wird. Wie schon bei der Kernspaltung besprochen, stoßen sich
gleichgeladene Teile ab, unterschiedliche Ladungen jedoch ziehen sich an.
Da die Ionen unterschiedlich geladen sind, ziehen sich die beiden Ione an.
Diese beiden Atome ergeben eine chemische Verbindung. Ändert sich nun die
Ladung eines der Ione, so kann noch ein zusätzlicher Stoff angezogen
werden, oder sich die Verbindung auflösen. Nehmen wir z.B: an, dass ein
Atom an ein anderes Atom ein Elektron abgegeben hat. Das abgebende Atom hat die
Ladung +, das empfangende Atom die Ladung -. Man spricht nun von Ionen, da
bei den Atomen die Anzahl der Protonen nicht mit der Anzahl der Elektronen
übereinstimmt.
Durch Radioaktivität wird nun von dem negativ geladenen Ion ein Elektron
gelöst, wie es z.B: beim Photoeffekt - welcher unten noch ausführlich
beschrieben werden wird - der Fall ist. Das Ion wird
in diesem Fall wieder zum Atom, da die Anzahl der Protonen und der
Elektronen wieder übereinstimmt und verliert dementsprechend seine negative Ladung. Deshalb
wird das positiv geladene Ion nicht länger angezogen, und die Verbindung
löst sich auf. Das ganze kann natürlich auch so ablaufen, dass eine
Ladung verstärkt wird, und sich die Stoffe lieber mit anderen verbinden,
oder einfach neue Elemente bzw. Moleküle mit aufnehmen. Tatsache ist, dass es sich
anschließend um einen anderen Stoff handelt, welcher unter Umständen
auch für den Körper giftig sein kann.
Bei der zweiten - im Körper üblichen Bindungsform - geschieht
ähnliches. Zwei Atome teilen sich ein Elektron. In Realität können sie
sich auch mehrere Elektronen teilen, worauf wir aber nicht eingehen wollen.
Wird den Atomen nun ein
Elektron genommen, ändert sich ihre Ladung, und die chemische Verbindung
löst sich auf oder geht - um den Verlust auszugleichen - eine neue Verbindung
zusätzlich ein. Wollen wir uns vorstellen, dass das bindende Elektron - also
das, welches sich die Atome teilen - durch Radioaktivität entzogen
wird. So ist eins der Atome ein positiv geladenes Ion, der andere
Stoff ist neutral. Dementsprechend löst sich die Verbindung wieder auf.
Radioaktivität
1896 entdeckte der französische Physiker Henri Becquerel beim
Experimentieren mit Uran die Radioaktivität. Diese Strahlung wies dieselben
Eigenschaften auf, wie die im Jahr zuvor von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckten
"X-Strahlen". Sie tritt bei dem Zerfall von Atomkernen aus
(dementsprechend auch bei der Kernspaltung) und kann mit Hilfe von Geräten gemessen werden. Es
gibt verschiedene Arten von ionisierender Strahlung, nämlich:
-
Die Alphastrahlung (a-Strahlung):
Eine Teilchenstrahlung in Form von Heliumkernen (Hydrogenium). Diese
kann weder Papier noch die menschliche Haut durchdringen. Sie hat eine
Anfangsgeschwindigkeit von10000 bis 20000 km/s. Da diese das größte
Ionisationsvermögen der hier aufgezählten Strahlungen besitzt, ist sie
,sofern sie inkorporiert wird, biologisch gesehen die für den Menschen
gefährlichste Strahlungsart.
-
Die Betastrahlung (b-Strahlung):
Eine Teilchenstrahlung in Form von Elektronen. Die
Ausbreitungsgeschwindigkeit von b-Teilchen ist
sehr unterschiedlich, sie können sich aber oft fast mit Lichtgeschwindigkeit (300 000 km/s) bewegen. Die
b-Strahlung
hat wesentlich größere Durchdringungsfähigkeit als die eben erwähnte a-Strahlung.
Bei einer Bestrahlung von außen dringt die b-Strahlung
jedoch auch nur wenige mm in das menschliche Gewebe ein.
-
Die Gammastrahlung (g-Strahlung):
breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Sie ist ein Strom
elektromagnetischer Wellen. Sie hat die größte Durchdringungsfähigkeit
von den hier genannten Strahlungsarten, und ist bei der Einwirkung von
außen für den Menschen die gefährlichste Strahlung. Eine 50% Schwächung
der Gammastrahlung wird bei folgenden Materialstärken erreicht: ( Holz
25cm; Erdboden 14cm; Beton 10cm; Stahl 2,8cm)
-
Die Neutronenstrahlung: ist ein Strom elektrisch neutraler Elementarteilchen mit erheblicher Masse und großer
Durchdringungsfähigkeit. Beachtet werden muss, dass unter der Einwirkung
der Neutronen einige Materialien (z.B: Stahl) selbst radioaktiv werden
können und dann als Strahlungsquelle wirken.
Die Neutronenstrahlung
Wir wollen festhalten, dass
auch Neutronen ähnlich einem Atom eine Halbwertszeit haben. Die
Halbwertszeit von Neutronen entspricht etwas 12 Minuten. Nach 12 Minuten
sind die Hälfte aller Neutronen also nicht mehr in der uns bekannten Form
vorhanden, sondern in Form von Wasserstoff. Das bedeutet, es sind noch ein
Proton und ein Elektron vorhanden. Das ist der Hauptgrund für das geringe
Vorkommen von Neutronenstrahlung bei der Restkernstrahlung. Ein
Wechselwirkungsprozess der Neutronenstrahlung wurde ja schon in dem
Bereich "Kernphysik" beschrieben: die Kernspaltung. Wir wollen
nun auf die anderen Wechselwirkungsprozesse der
Neutronenstrahlung eingehen. Bei diesen handelt es sich um Prozesse in/mit einem Atomkern,
welche durch ein Neutron ausgelöst wurden. Wie bei der Kernspaltung kommt es
auch bei diesen normalerweise zu einem sogenannten Zwischenkern, was
bedeutet, dass der Atomkern das Neutron aufnimmt und vorläufig seine
Massenzahl verändert. Gehen wir nun auf die einzelnen
Wechselwirkungsprozesse näher ein.
Die elastische Streuung
Wie schon der Begriff sagt, handelt es
sich hierbei um eine Ablenkung von Neutronenstrahlung. Es erleichtert das
Verstehen dieses Vorganges vielleicht ein wenig, wenn man schon einmal
vorwegnimmt, dass es sich bei dem ursprünglichen Neutron und dem
abgegebenen Neutron nicht um das selbe Teilchen handelt.
Die Grundvoraussetzungen für die elastische Streuung sind prinzipiell die
selben wie bei der Kernspaltung. Ein neutral geladenes Teilchen - das
sogenannte Neutron - bewegt sich auf einen Atomkern zu. Sobald Neutron und
Atomkern aufeinandertreffen, verändert sich der Energiegehalt des
Atomkerns, da er das Neutron aufnimmt. Bis hierher ist eigentlich noch
kein Unterschied zur Kernspaltung erkennbar. Der Atomkern zerfällt jedoch
jetzt nicht wie bei der Kernspaltung in zwei kleinere Atomkerne, sondern
absorbiert lediglich ein Neutron, welches sich von Gewicht und Größe
nicht von dem aufgenommenen Neutron unterscheidet. Dieses Neutron ist also
fast gleichwertig. Aber nur fast. Der Energiegehalt des absorbierten
Neutrons ist geringer als der des ursprünglichen Neutrons, oder anders
gesagt: das neu freigesetzte Neutron ist langsamer. Der Kern, welcher nun
das Neutron abgegeben hat, ist wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückgekehrt.
Das abgegebene Neutron wurde jedoch in eine beliebige Richtung abgegeben,
so dass sich die Neutronenstrahlung nun in eine andere Richtung
ausbreitet.
Die
unelastische Streuung
Die unelastische Streuung ist nicht nur
vom Namen mit der elastischen Streuung verwandt. Sie sind fast identisch.
Der Unterschied liegt darin, dass bei dem Zerfall des sogenannten
Zwischenkerns nicht nur ein Neutron absorbiert wird, sondern auch ein Teil
der Energie, welche der Kern durch die Geschwindigkeit des ursprünglichen
Neutrons erhalten hat. Das bedeutet nicht, dass das absorbierte Neutron
schneller ist, da diese Energie zwar fast gleichzeitig aber separiert
abgegeben wird. Diese Energie entweicht als elektromagnetische Strahlung,
also als g-Strahlung.
Deren Wirkung wird unten noch beschrieben werden. Wir wollen festhalten,
dass bei der Streuung von Neutronenstrahlung Energie der
Neutronenstrahlung in g-Strahlung
umgewandelt werden kann. Diese kann eine direkte Ionisierung hervorrufen.
Da Neutronen nichts an der elektrischen Ladung eines Atoms ändern, jedoch eine Strahlung hervorbringen können, welche
hierzu fähig ist, wird sie
als indirekt ionisierende Strahlung bezeichnet.
Die Einfangsreaktion
Die Einfangsreaktion ist den beiden
vorhergegangenen Reaktionen sehr ähnlich. Sie unterscheidet sich im wesentlichen darin, dass sich der Atomkern, welcher durch ein
auftreffendes Neutron verändert wird, nicht wieder zurückverwandelt. Das
bedeutet, dass er sich weder teilt, noch Teilchen abgibt. Er behält den
neuen Zustand bei, weshalb man ihn auch nicht als Zwischenkern bezeichnet.
Er bildet einfach gesagt ein neues Isotop. Dieses Isotop entledigt sich
jedoch wieder seiner überflüssigen Energie, welche durch die
Geschwindigkeit des Neutrons hinzugefügt wurde. Nach dem sich hier schon
abzeichnenden Muster wird diese Energie, da sie nicht von Teilchen übertragen
wird, in Form von g-Strahlung
frei.
Die g
- Strahlung
Bei der g-Strahlung
gibt es drei Möglichkeiten der Wirkung auf ein Atom. Es handelt sich
hierbei um das Lösen von Elektronen, das Bilden von Elektronen und das Auflösen von Elektronen. In
der folgenden Beschreibung ist der Ablauf
vereinfacht dargestellt, weshalb auch auf die Angabe von Formeln und
mathematischen Größen verzichtet wurde.
Der Comptoneffekt
Unter
den Begriff des Comptoneffekts versteht man das Wirken von g-Strahlung
auf ein Elektron eines Atoms. Den Teil der g-Strahlung
, welcher auf das Elektron wirkt, nennen wir Gammaquant. Wollen wir uns
ein solches Gammaquant vorstellen:
Das Gammaquant ist für die weitere Beschreibung ganz gut mit einem
Lichtstrahl vergleichbar: beide sind ein Teil einer Strahlung,
welche
eine bestimmte Menge Energie beinhaltet. Des weiteren kann sowohl ein
Lichtstrahl als auch ein Gammaquant reflektiert als auch absorbiert
werden.
Bei dem sogenannten Comptoneffekt trifft ein solcher Gammaquant auf ein
Elektron eines Atoms. Wie wenn ein Lichtstrahl auf irgendeine Fläche fällt,
wird ein Teil der Strahlung in eine andere Richtung zurückgeworfen, ein
zweiter Teil dieser "Energiestrahlung" wird dem Stoff zugeführt.
Bei Licht wird aus diesem Teil Energie Wärme, was bedeutet, dass sich der
bestrahlte Stoff erwärmt. Bei der Bestrahlung des Elektrons wird diese
zugeführte Energie zum Lösen des Elektrons aus der Atomhülle verwendet,
ein anderer Teil der Energie wird in Bewegung umgewandelt, der sogenannten
kinetischen Energie. Die Folge der Bestrahlung des Elektrons mit einem
Gammaquant ist also, dass sich das Elektron nicht weiter um den Atomkern
dreht, sondern in eine beliebige Richtung entfernt. Dieses Elektron gilt
als b-Strahlung.
Außerdem wurde das Gammaquant in eine andere Richtung weitergeleitet.
Allerdings trägt es nun weniger Energie in sich , als vor dem Ablauf des
Comptoneffektes.
Betrachten wir nun das zurückbleibende Atom. Da ja ein Elektron herausgelöst
wurde, stimmt nun die Zahl der Protonen nicht mehr mit der Zahl der
Elektronen überein. Dem Atom fehlt nun die negative Ladung des Elektrons,
oder anders ausgedrückt: Das Atom hat ein Proton, dessen positive Ladung
nicht mehr ausgeglichen wird. So hat das gesamte Atom eine positive Ladung
nach Außen, und damit seine neutrale Ladung verloren. Ein Atom, welches nach
außen
jedoch nicht neutral ist, wird nicht mehr Atom genannt, sondern Ion. Aus
diesem Grund wird die g-Strahlung
auch als "ionisierende Strahlung" bezeichnet.
Um nun nicht erst das gesamte chemische Grundwissen niederschreiben zu müssen,
sei hier nur gesagt, dass das Ion andere chemische Eigenschaften als das
Ausgangsatom hat. Aus diesem Grund werden chemische Verbindungen zwischen
Atomen verändert oder aufgelöst. Das bedeutet, dass sich Stoffe, und zu
diesen zählt auch "der menschliche Körper", auflösen und zu
anderen Stoffen verbinden.
Der Photoeffekt
Der Photoeffekt ist im Grunde genommen
nur eine Abweichung des Comptoneffekts, weshalb wir uns einfachheitshalber
immer wieder auf diesen beziehen werden.
Der Photoeffekt ist meistens der Abschluss einer Reihe von Comptoneffekten,
und tritt nur sehr selten als einzelner Effekt auf. Wie dargestellt
wurde haben nicht alle Gammaquanten die selbe Menge
Energie. Die Masse an Energie klafft schon bei der Entstehung eines
Gammaquanten auseinander. Hinzu kommt die mögliche Abschwächung von
Quanten im oben dargestellten Effekt.
Nun ist es Tatsache, dass sich auch nicht alle Elektronen mit der selben
Energie aus der Atomhülle lösen lassen. Normalerweise werden Elektronen,
welche vom dazugehörigen Atomkern weiter weg sind, leichter gelöst als
dem Atomkern nähere Elektronen. Dementsprechend braucht man für diese
weniger Lösungsenergie. Je nach notwendiger Energie und je nach
vorhandener Energie kann es nun also vorkommen, dass die Energie des auf
ein Elektron auftreffenden Gammaquants zu niedrig ist, um dieses zu lösen.
Meistens ist es jedoch so, dass die Energie des Gammaquants erst bei der
Beschleunigung aufgebraucht wird. Demzufolge wird von dem Elektron nichts
mehr von dem Gammaquant reflektieret (also zurückgeworfen). Ein
Comptoneffekt, bei welchem kein Gammaquant wieder zurückgeworfen wird,
heißt Photoeffekt. Aus diesem Grund stellt der Photoeffekt den normalen
Abschluss einer Reihe von Comptoneffekten dar, da sich hier die Energie
des Gammaquants erschöpft hat.
Da das Elektron hierbei normalerweise die Atomhülle eines Atoms
verlässt, hat der Photoeffekt die selbe Wirkung wie der Comptoneffekt.
Der Paarbildungseffekt
Der Paarbildungseffekt ist der
komplizierteste Effekt aus dieser Trilogie.
Bei dem Paarbildungseffekt nähert sich ein Gammaquant dem Kern eines
Atoms. Unter dem Einfluss des Atomkerns entstehen aus der Energie des
Gammaquanten zwei Elektronen (In der Chemie würde daher der Begriff
Katalysator für den Atomkern gut zutreffen). Da die Erklärung der
Relativitätstheorie, welche dies begründen könnte, den Rahmen dieser
Seite sprengen würde, müssen wir es hier bei den Fakten belassen. Das
eine der beiden Neutronen ist das schon aus der Atomhülle bekannte
Negatron, ist also auch negativ geladen. Das zweite Elektron entspricht in
Masse und Gewicht einem Negatron und nicht einem Proton, ist jedoch wie
das Proton positiv geladen. Dementsprechend heißt dieses Elektron "Positron".
Diese Elektronen sind als b-Strahlung
nun wieder eine Ionisierende Strahlung.
Durch verschiedene Vorgänge kommt es in der Regel dazu, dass das Positron
seine Energie später an ein Negatron abgibt, wobei die Masse der beiden
Elektronen wieder komplett in Energie übergeht. Diese Energie teilt sich
in zwei Gammaquanten, welche zusammengefasst wieder die Energie des
Ausgangsgammaquanten besitzen.
Die b
- Strahlung
Nachdem wir nun schon bei der g-Strahlung
die unterschiedlichen Elektronentypen Positron und Negartron kennen
gelernt haben, und nachdem wir gesehen haben, dass aus g-Strahlung
b-Strahlung entsteht,
wollen wir auf die Wechselwirkungseffekte zwischen Elektronen und Atomen
eingehen.
Die häufigste Form der Wechselwirkung ist bei der b-Strahlung,
das ein Elektron auf ein Elektron eines Atoms trifft. Das Elektron prallt
mit einer bestimmten Geschwindigkeit auf das andere, und überträgt
diesem einen Teil seiner Energie. Das getroffene Elektron wird dabei aus
seiner Umlaufbahn um das Atom geworfen, und bewegt sich fort. Da
sich die Energie eines Elektrons auf zwei verteilt hat, bewegen sich nach
dem Zusammenstoß beide Elektronen langsamer, als es das stoßende
Elektron ursprünglich tat. Das stoßende Elektron wurde außerdem bei den
Aufprall abgelenkt, so dass es sich in eine andere Richtung ausbreitet.
Aus diesem Grund gilt dieser Vorgang auch als streuen von b-Strahlung.
Wir habe nach dem Zusammenstoß nun doppelt so viele Elektronen wie zuvor,
und ein ionisiertes Atom. Da die Energie der b-Strahlung
nach einigen solcher Zusammenstösse zu gering ist, um neue Atome
ionisieren zu können, kommen die Elektronen entweder zum Stehen, oder
verstrahlen bei einem aufeinandertreffen von Positron und Negatron, so
dass neue g-Strahlung
freigesetzt wird. Wir wollen dies etwas genauer betrachten:
Negationen werden in der Materie normalerweise nur gestreut, ionisieren
hierbei Atome, und bleiben irgendwann mangels Energie stehen.
Positionen werden ,solange sie genügend Energie haben, genauso gestreut
wie Negatronen. Bei der Energieübergabe an ein solches Negatron (um einen
Atomkern kreisen nur Negatronen) kommt es gelegentlich zu einer
Energiefreisetzung in Form von g-Strahlung.
Die Elektronen Verstrahlen hierbei jedoch nicht. Ist ein Positron
nach dem öfteren "Herausschlagen von Negatronen" zu langsam um
erneut ein Negatron herauszuschlagen, zerstrahlt es beim nächsten
Aufprall auf ein Negatron, von welchen ja genügend vorhanden sind. Das
Negatron zerstrahlt bekanntermaßen ebenfalls. Auch hier wird wieder g-Strahlung
frei. Sofern es sich um ein zu einem Atomkern gehörenden Negatron
gehandelt hat, was sehr wahrscheinlich ist, wurde dieses Atom ionisiert.
Es gibt noch eine zweite Wechselwirkung, bei welcher g-Strahlung
freigesetzt wird. Es handelt sich hierbei um die Wechselwirkung von
Negatronen mit Atomkernen. Positronen treten nicht direkt in eine
Wechselwirkung mit dem Atomkern, da sie von der positiven Ladung von
diesem abgestoßen werden. Negatronen hingegen können einen Atomkern
durchdringen, werden jedoch in diesem gebremst. Die hierbei freigesetzte
Energie wird in Form von g-Strahlung
frei. Diese Strahlung nennt man auf Grund ihres Ursprungs auch
Bremsstrahlung.
Wir sehen also, dass es zwischen b-Strahlung
und g-Strahlung immer
wieder zu Umwandlungen kommen kann, so dass sich beide Strahlungsarten
gegenseitig für einen gewissen Zeitraum regenerieren.
Die
Ionisierung durch a -
Strahlung Nachdem wir nun
schon die Ionisierung erklärt haben, kann man sich mit zwei einfachen
Überlegungen die Ionisierung durch Alphastrahlung erklären:
Die erste Überlegung ist, welche Eigenschaften Alphastrahlung hat.
Alphastrahlung sind Helium-Ione, welche sich relativ langsam bewegen.
Diesen Helium-Ionen fehlt in ihrem ursprünglichen Zustand die negative
Ladung, oder bessergesagt: sie haben keine Elektronen. Daraus ergibt sich
für jedes Ion eine Ladung von +2, da jedes Proton uneingeschränkt seine
positive Ladung abstrahlt.
Die zweite Überlegung betrifft den Wirkungsbereich eines Protons. Es ist
logisch, dass mit zunehmender Entfernung die Anziehungskraft eines Protons
sinkt. So ist es auch verständlich, dass Elektronen, welche sich auf den
äußeren Schalen befinden, nicht mehr so stark vom Kern angezogen werden
wie Elektronen auf inneren Schalen. Bewegt sich ein Helium-Ion nun an einem Atom
vorbei, so wirkt dessen Anziehungskraft auf die äußeren Elektronen
stärker als die Anziehungskraft des Atomkerns. Dementsprechend entzieht
das Helium-Ion einem Atom Elektronen, so dass es seine eigene Ladung
neutralisiert, jedoch die Ladung des Atoms verändert. Dieses erhält nun
die positive Ladung von +2 und zählt dementsprechend als Ion. Wir wollen
bemerken, dass ein
a-Teilchen während seines
Fluges auf die Elektronen der umliegenden Atome fast immer die Wirkung
hat, dass es Elektronen
eines Atoms von ihrer Hülle zieht, jedoch diese nicht mehr aufnimmt, da
es sich bereits zu weit entfernt hat. So hinterlässt das Alphateilchen
eine Spur von Ionen, mit deren Elektronen es jedoch nicht regiert. Die
gegenseitige Anziehungskraft zwischen Elektronen und Heliumion (a-Teilchen)
bewirken jedoch, dass das Heliumion abgebremst wird. Wie oben schon beschrieben, führt
die hieraus resultierte Ionisation zur Auflösung von bestehenden chemischen
Verbindungen.
Wirkung auf die Zelle Die
Zerstörung der Chromosomen ist einer der wichtigsten Effekte der
Radioaktivität. Die Chromosomen sind wichtig für die Zellspaltung und das Überleben der Zelle.
Sie enthalten die Erbinformationen, Wie z.B:
Form der Nase, Geschlecht und mehr. Eine Beschädigung von
diesen kann zu schweren Erbkrankheiten führen, jedoch auch ein
unkontrolliertes Zellenwachsen verursachen und damit Krebs hervorrufen.
Chromosomen bestehen aus der DNA (früher DNS genannt). Die DNA besteht
aus zwei Strängen. Zu jedem Strang (Sinnstrang) gehört ein Gegenstrang
(Unsinnstrang). Diese beiden Stränge werden durch sogenannte Basen
verbunden. Basen sind chemische Moleküle, deren Anordnung eine Art Code
darstellt, in welchem die Erbinformationen gespeichert sind. Das Gesamtgebilde wird aufgrund
seiner Form als Doppelhelix bezeichnet, ist aber anschaulicher
beschrieben, wenn man es mit einer in sich verdrehten Strickleiter
vergleicht (sieht also so aus wie auf dem Bild rechts).
Wollen wir bei der weiteren Beschreibung bei dem Beispiel der Leiter
bleiben. Auf den "Sprossen" dieser Leiter befinden sich wie schon erwähnt
chemische Stoffe, welche man Basen nennt. Es handelt sich bei diesen
Stoffen um Adenin und Thymin sowie um Guanin und Cytosin. Diese Basen
treten immer Paarweise auf, und werden durch Wasserstoffbrücken
miteinander verbunden. Das paarweise Auftreten bedeutet, dass jede dieser
Basen einen Gegenspieler hat. Dieser ist bei Guanin z.B: Cytosin. Diese Gegenspieler können, wenn die Stränge
auseinanderreißen, wieder neu gebildet werden, da jeder dieser Base genau
eine Gegenbase zuzuordnen ist. So kann jeder Strang den anderen
Strang duplizieren bzw. reproduzieren. Dies ist bei der Zellteilung - dem
Grundvorgang der Heilung, Regeneration und des Wachstums - der Fall: die
beiden Stränge reißen in der Mitte der "Sprossen" - bei den
Wasserstoffbrücken - auseinander, so dass die Basenpaare voneinander
getrennt werden. Die Zelle teilt sich, und jede neue
Zelle erhält einen Strang, an welchen ein Komplementärstrang (also ein Strang
welcher dem abgetrennten Strang entspricht) angebaut wird.
Aus diesem Zusammenhang geht hervor, dass eine Strahlenschädigung, welche
nur einen Strang, eine Basen oder nur die Wasserstoffbrücken betrifft, geheilt werden
kann, da der Zweite Strang und dessen Basen die Informationen zum Reparieren des Gegenstrangs
liefert. Diese Reparatur nehmen Eiweiße, welche Enzyme genannt werden,
vor. Sie erkennen die Mutation eines Stranges, lösen den mutierten Teil
heraus, und ersetzen ihn. Wir müssen jedoch betonen, dass bei der Reparatur
auch Fehler unterlaufen können, so dass die Zelle eine Mutation
beibehält, bzw. die Informationen der DNA unlesbar oder sinnlos werden.
Ein Beispiel für einen solchen Fehler ist, dass die geschädigte Base
zwar herausgeschnitten wird, der Strang jedoch wieder geschlossen wird,
bevor die Base ersetzt wurde. Außerdem erkennen die Enzyme nicht jede Mutation der DNA, so
dass auch hier bleibende Strahlenschäden bleiben können. Bei einem Teil
der Bevölkerung fehlen den Zellen jedoch die für die Reparatur
"zuständigen" Enzyme, so dass diese sehr anfällig gegenüber
Radioaktivität sind, und nicht selten an Krebs erkranken. Dieses
Syndrom wird "Ataxia teleangiectasia" oder auch nur
"AT" genannt.
Werden an einer Stelle beide Stränge unterbrochen, oder
wird ein ganzes Basenpaar geschädigt, sind
die Schäden irreparabel. Die Enzyme wissen nicht, welche Basen zuvor
vorhanden waren, und können eine so geschädigte DNA nicht mehr
reparieren. Die Folge hiervon ist ,dass nach einer
Zellteilung die neuen Zellen falsche Informationen haben, oder dass
Informationen Fehlen.
Die Schädigung der Chromosomen ist eine Folge der Wechselwirkung zwischen
Atomen/Ionen der Zelle und der Radioaktivität. Da wie schon erwähnt ein Ion nicht die selben
chemischen Verbindungseigenschaften hat wie ein Atom, können sich die
Stränge und die Basen durch Ionisierung abtrennen, auflösen, oder verändern, da sich die Stoffe
der DNA-Stränge und Basen verändern. Dies kann entweder durch eine
direkte Wechselwirkung zwischen den Molekülen der DNA-Stränge und der
Radioaktivität hervorgerufen werden, als auch indirekt durch ein
Zusammentreffen von DNA Strängen und durch Radioaktivität gebildete
Radikale. Radikale sind Moleküle, welche um die eigenen Schalen wieder mit
Elektronen aufzufüllen anderen Molekülen Elektronen entreißen. Meistens
handelt es sich bei diesen um Sauerstoff oder Wasserstoffmoleküle des
Zellwassers, welche sich nach einer Ionisation gelöst haben. Aber auch
diese Radikale haben eine ionisierende Wirkung. Behält eine mutierte Zelle ihre
Teilungsfähigkeit bei, so kann Krebs entstehen, verliert sie diese jedoch, werden
keine neuen Zellen gebildet. Hieraus folgt, dass Körperteile, welche auf eine ständige Regeneration
bzw. Zellteilung angewiesen sind wie das Knochenmark, die Schleimhäute
oder die geschlechtsspezifischen Stammzellen für die Spermatogenese
bzw.Oogenese besonders stark von der Radioaktivität betroffen sind. Deren
Schädigungen bewirkt, dass andere Körperteile nicht mehr zureichend versorgt werden.
Ob eine Zelle ihre Teilfähigkeit behält oder nicht ist von mehreren
Faktoren abhängig. Bei sehr hoher Bestrahlung einer Zelle, kann es sein,
dass sich die Enzyme (welche oben bereits bei der Zellenregeneration
erwähnt wurden) selbst bei einer Ionisation verändern, und die
DNA-Stränge nicht mehr trennen können. Die Zelle kann Enzyme
nachproduzieren, jedoch sind die Informationen hierzu auf der DNA
gespeichert. Werden DNA und Enzyme ausreichend geschädigt, kann sich die
Zelle nicht mehr Teilen.
Radioaktivität kann bei Zellen außerdem ein auslaufen verursachen, indem
sie die Zellmembran, welche die Zelle umfasst, ionisiert. Auf diesen Bunkt
wollen wir jedoch nicht näher eingehen.
Krebs und Leukämie
Wir wollen nun nicht weiter in den
Bereich der Genforschung abdriften, und konzentrieren uns auf die
sofortigen und späteren Schäden durch Radioaktivität. Die Zellteilung
einer Zelle wird, sobald eine Mutation der DNA entdeckt wurde, regulär
bis zum Beenden der Reparatur an der DNA zurückgehalten. Sollte diese
negativ verlaufen, kann ein Enzym eine Selbstzerstörung der Zelle
auslösen. Kann dieses jedoch nicht produziert werden, da z.B: der
hierfür Informationen liefernde Teil der DNA auch beschädigt wurde, muss
das Immunsystem diese Zelle vernichten. Das Immunsystem erkennt jedoch
eine mutierte Zelle erst, wenn es sich bei dieser bereits um eine
Krebszelle handelt, welche andere Oberflächenstrukturen aufweist, als
eine gesunde Zelle. Sollte sich eine mutierte Zelle teilen, so können aus
ihr eine oder mehrere Krebszellen hervorgehen. Bis zu einer gewissen Zahl können
diese Zellen noch vom Immunsystem neutralisiert werden. Diese Grenze
hängt von dem Gesamtzustand des Immunsystems ab. Stress, psychische
Belastung oder Krankheiten schwächen das Immunsystem, und setzen damit
die Schwellendosis herab. Aber derartige Mutationen der DNA kommen nicht
nur durch Radioaktivität, sondern auch durch chemische Stoffe zustande.
Als bekanntestes Beispiel hierfür sei das Rauchen aufgeführt. Auch
dieses bringt Krebszellen hervor. Dementsprechend muss ein Immunsystem
eines Rauchers die Krebszellen vom Rauchen als auch von der
Radioaktivität beseitigen. Das bedeutet, dass ein Raucher
durchschnittlich weniger durch Radioaktivität hervorgerufene Krebszellen
verträgt, als ein Nichtraucher.
So gesehen, hat das Immunsystem genügend Chancen , den Ausbruch von Krebs
zu verhindern. Bei höheren Dosen Radioaktivität ist eine neue Situation
gegeben: Die Radioaktivität verursacht einen hohen Zellenausfall, welcher
kompensiert werden muss. Aus diesem Grund läuft die Zellteilung der noch
funktionsfähigen Zellen relativ Rasch ab. Mutationen werden hierbei nicht
mehr erkannt, nicht mehr rechtzeitig repariert und die Zellteilung bei
mutierten Zellen nicht mehr zurückgehalten. Besonders betroffen sind
dementsprechend wieder die Zellen, welche sich durchgehend Teilen müssen,
wie die Stammzellen des Knochenmarks. Folge sind mutierte
Blutzellen, da die Blutarmut kompensiert werden muss. Die hieraus resultierende
Krankheit ist jedem ein Begriff: Leukämie.
Sehr stark betroffen sind auch Zellen, welche sich teilen müssen, um
Wunden zu schließen. So tritt Hautkrebs oft an Narbstellen auf.
Krebs zählt zu den Spätschäden der Radioaktivität. Er bricht oft erst
jahrzehnte nach der Bestrahlung aus. Das resultiert daraus, dass die
Zellen sich erst des öfteren teilen müssen, und ein teil von ihnen vom Immunsystem
vernichtet wird. Ein anderer Faktor ist, dass die Zellen, wen deren DNA in
einer bestimmten Reihenfolge getroffen wird, auch durch natürliche
Strahlung zum Krebs mutieren können. Die natürliche Radioaktivität ist
hier nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Obwohl es zwar
nur eine einzige Zelle sein kann, die Krebs verursacht, so muss diese
normalerweise des öfteren an der DNA beschädigt worden sein. Dies ist
jedoch bei den Mengen an Radioaktivität bei eine Kernwaffendetonation
oder dem daraus resultierenden "Fall Out" keine Seltenheit. Das
Krebsrisiko wurde oftmals stark heruntergespielt, da es militärisch nicht
mehr von Bedeutung wäre. Krebs träte zu spät auf, wie dass eine
Schlacht deswegen verloren werden würde.
Es ist uns aber nun ersichtlich, dass die Ausmaße von Radioaktivität für den
Körper nicht linear mit dem Dosismaß verlaufen, sondern überlinear. Das
heißt, das schon geringe Dosiserhöhungen einen sehr viel größeren Effekt
haben, als man annehmen würde. Das bedeutet aber auch, dass eine
Dosiserhöhung ab einer gewissen Grenze nur noch unwesentliche
Verschlimmerungen hat.
Betrachtet man, dass schon natürliche Radioaktivität Krebs verursachen
kann, so sollte man sich der Gefahr, welche von Radioaktivität ausgeht
bewusst werden. Statistiken belegen z.B: dass Kinder, die in der Nähe von
Kernkraftwerken wohnen, deutlich häufiger Krebs bekommen als andere, auch wenn
dies die
Presse gelegentlich falsch auslegt. Sämtliche neuen Erkenntnisse
auf dem Gebiet der Radioaktivität der letzten 60 Jahre, unterstrichen
dieses Faktum, und wir müssen uns bewusst werden, dass der von der
Regierung festgelegte Schwellenwert wohl auch heute noch zu hoch ist, und
das, obwohl man ihn schon des öfteren herabsetzen musste.
Inkorporation
und äußere Wirkung von radioaktiven Material 
Wie
schon bei der allgemeinen Beschreibung von Radioaktivität festgehalten
wurde, haben die verschiedenen Strahlungsarten verschiedene Durchdringungsfähigkeiten
von Materialien. Das beste Beispiel für eine leicht abzuschirmende
Strahlung ist die eben erst besprochene a-Strahlung.
Sie dringt nur wenig in die Haut ein, und kann so nicht auf die Organe
wirken. Die geringe Durchdringungsfähigkeit resultiert aus der großen
Masse und der nur mäßigen Geschwindigkeit des Heliumions. Wir
wollen hier einmal nicht vergessen, dass aber auch die Haut zum Körper
gehört. Militärisch sind die Spätfolgen für die Haut oft
uninteressant, da man nur die während der Kampfzeit auftretenden Schäden
berücksichtigte. Es ist in der Tat so, dass die Haut einigermaßen
unempfindlich gegen Radioaktivität ist, und so relativ zu anderen Effekten
in den Hintergrund tritt. Sie spielt aber eine wichtige Rolle, bei der
Heilung von Wunden. Wunden können durch die Druckwelle hervorgerufen
werden. Da die Zellteilung der Haut nur noch bei nicht geschädigten
Zellen funktioniert, verlangsamt sich die Wundheilung. Im Zusammenhang mit
den starken Blutungen durch einen durch Radioaktivität hervorgerufenen
Mangel an Blutplättchen, unterscheiden sich Verletzungen durch eine
Kernwaffendetonation von denen einer herkömmlichen Verwundung. An dieser
Stelle sollte jedem klar werden, dass siech die Schädigungen durch
Kernwaffen so wie sie hier beschrieben wurden, nicht einfach nur addieren,
sondern die Körpergesamtschädigung deutlich höher liegt.
Wunden können aber noch einen ganz anderen Gefahrenpunkt darstellen.
Durch sie können nämlich radioaktive Elemente in den Körper gelangen,
genauso wie durch Mund und Nase. In den Körper durch Verschlucken,
Einatmen oder durch Wunden aufgenommene Spaltprodukte werden in der
Medizin als "inkorporiert" bezeichnet. Inkorporierte
Spaltprodukte können wie andere zerfallen, wobei verschiedene Arten von
Strahlung ausgesendet werden. Zu diesen zählt auch, um auf unser Beispiel
zurückzukommen, die a-Strahlung.
Die a-Strahlung wirkt
nun von innen auf den Körper, was bedeutet, dass sie direkt auf die
Organe wirkt, und weder durch Kleidung noch durch Haut geschwächt oder
aufgehalten wird. Die a-Strahlung
ist von den bei einer Kernwaffendetonation auftretenden Strahlungsarten
die am stärksten ionisierendste. Das bedeutet, dass sie im Körperinneren
die gefährlichste ist. Werden also Spaltmaterialien inkorporiert, kommen
neue Aspekte der Bestrahlung hinzu, vor allem da sie meist über einen
längeren Zeitraum wirken, weshalb die Strahlung mehr Zellen schädigt
bzw. vernichtet als bei einer kurzzeitigen Bestrahlung. Das Verhältnis
ist hierbei einigermaßen proportional, weshalb wir auf dieses logische Phänomen
nicht länger eingehen wollen.
Die meisten passiven Schutzmaßnahmen gegen Kernwaffendetonationen
beziehen sich auf die Inkorporation von radioaktiven Material. Egal ob es
sich um eine ABC-Schutzmaske oder ein ABC-Pflaster der Armee handelt, oder
um Jodtabletten für die Bevölkerung. Die Inkorporation von radioaktiven
Material zu verhindern ist eine halbwegs nachvollziehbare Maßnahme, wenn
auch für die Allgemeinsituation fast schon zynisch. Wir wollen jedoch
noch kurz auf die Jodtabletten eingehen, da sie ein gutes Beispiel für
Lagerung radioaktiver Stoffe im Körper sind:
Ein Zerfallsprodukt einer Kernwaffendetonation ist Jod-131. Dieses ist
radioaktiv, und wird vom Menschen über vielerlei art aufgenommen, wie z.B:
durch den Verzehr von Nutztieren, das Trinken von Milch und ähnlichem.
Diese Tiere haben das radioaktive Jod auf den Wiesen zusammen mit Graß
gefressen, und es in ihrem Körper gespeichert. Auch der Mensch speichert
das so aufgenommene Jod in seinem Körper. Die Schilddrüse speichert
dieses Jod, so dass dieses über lange Zeit im innern des Körpers wirkt.
Folgen hiervon sind oftmals Schilddrüsenkrebs und ähnliches. Wir sehen
also, dass der Körper ihm gewohnte Stoffe weiterhin speichert, auch wenn
sie aktiv sind. Die Rolle der Jodtabletten ist dementsprechend einfach zu
erklären. Der Körper soll durch die Jodtabletten seinen Jodbedarf
zureichend decken, so dass es nicht notwendig ist, zusätzlich Jod zu
speichern. Die Jodtabletten werden, da der Körper das Jod verbraucht und
so neuer Jodbedarf entsteht, über einen längeren Zeitraum hin
eingenommen. Das radioaktive Jod stellt nur einen Bruchteil des
Aufgenommenen Jods dar, und wird dementsprechend in geringen Massen
gespeichert. Der Rest des radioaktiven Jods wird vom Körper wieder
ausgeschieden. Wir wollen uns klarmachen, dass diese Schutzmaßnahme zwar
nicht von der Hand zu weisen ist, jedoch schwer realisierbar ist, und das
schon bei "nur" einem GAU bzw. einer Kernwaffendetonation. Weder bei Tschernobyl, wo das
Zivilschutzsystem mal wirklich auf die Probe gestellt wurde, noch bei Fall
Out von Atombomben Test war ausreichend Jod vorhanden, um die Anzahl der
Schilddrüsenkrebskranken zu reduzieren. So bleibt diese Schutzmaßnahme
eine Theorie, an welcher man zwei Punkte erkennen kann: die Unrealisierbarkeit
von passiven Schutz, und die Gefahr von erst später auftretenden
Schäden. Der Vollständigkeit halber sein noch darauf hingewiesen, dass
auch andere radioaktive Stoffe im Körper angereichert werden, wie z.B:
Strotium-90 in den Knochen. Dies lässt sich jedoch nicht durch einnehmen von
Tabletten oder ähnlichen vermeiden oder minimieren.
Wir wollen nun mal auf einen Begriff eingehen, welcher in Zusammenhang mit
Radioaktivität immer wieder fällt: die Kontamination. Kontamination
bedeutet, dass sich auf einen Stoff radioaktiver Staub bzw. radioaktive
Elemente festgesetzt hat. Diese Kontamination betrifft bei Haut häufig
nur einen Millimeter. Entgegentreten möchte man dieser durch bestimmte
Reinigungsmittel, welche diese Stoffe binden sollen. Bei der Kontamination
von Wunden ist es üblich diese Auszuschneiden, um die Zerfallsprodukte
nicht in den Körper eindringen zu lassen. Bei dem Beseitigen von
Radioaktiven Staub spricht man für gewöhnlich von dekontaminieren.
akute Auswirkungen
radioaktiver Strahlung auf die Organe
Wir wollen an dieser Stelle
kurz anmerken, dass die Dosisangaben nur die Relationen der
Strahlungsstärke veranschaulichen sollen. Da die Messeinheiten für
Radioaktivität sich des öfteren gewechselt haben, und oft verschiedene
Faktoren mit berücksichtigen, wollen wir auf diese hier nicht näher
eingehen. 1 Gy entspricht der veralteten Einheit von 100R.
Auswirkungen
auf die blutbildenden Organe: Radioaktive Strahlung kann die
blutbildenden Zellen sowohl vollkommen zerstören, als auch die Mithose
(Zellteilung) hemmen. Durchgehend absterbende Zellen können auf Grund
dieser Hemmung nicht ersetzt werden. Sind zu viele Zellen geschädigt,
kann dies zum Tod führen, da der Organismus versagt. Besonders bemerkbar
macht sich diese Schädigung beim Knochenmark und bei anderen
blutbildenden Organen. Da Lymphozyten und Knochenmarkstammzellen besonders
radioaktivitätsempfindlich sind, kommen bei diesen schon bei Dosen von
0,1 Gy strukturelle Anomalien vor. Eine Dosis von 2,5 Gy führt zu einer
Reduzierung der Lymphozyten und Knochenmarkstammzellen auf weniger als
10%. Generell nimmt die Anzahl sämtlicher produzierter Blutzellen ab,
insbesondere die der weißen Blutkörperchen, was bedeutende Auswirkungen
auf die Abwehrkräfte eines Körpers hat. Weitere Folgen der Abnahme von
Blutkörperchen sind schwere Anämie (Blutarmut) sowie Purpurausschlag und
Störungen in der Blutgerinnung, welche durch eine Unterproduktion von
Blutplättchen hervorgerufen wird. Bei einer Strahlung zwischen 1 und 5 Gy
treten weitere klinische Symptome der Strahlenkrankheit auf, wie z.B:
Blutungen in inneren Organen, Mund und unter der Haut. Stufenweise
ansteigende Körpertemperatur sind folgen des geschwächten und anfälligen
Immunsystems. In Zusammenhang mit Auszehrung führen diese Symptome oft
innerhalb von 6 Wochen zum Tod.
Auswirkungen auf den
Magen-Darm-Trakt: Einwirkungen zwischen 5 und 20 Gy haben tödliche
Auswirkungen auf das menschliche Verdauungssystem. Schon Minuten nach der
Einwirkung reduziert sich die Anzahl der sich teilenden Darmzellen
drastisch. Des weiteren entarten die Zellen zu einem späteren Zeitpunkt
und sterben großteils ab, was die Rückbildung von Darmzotten aufgrund
von Geschwüren und gangränösen Entzündungen zu Folge hat. Hohes Fieber
und starke Stuhlprobleme sind Kennzeichen dieser Bestrahlungsfolgen. Der
Geschädigte fällt unter Anschwellen des Abdomens und Dehydrierung ins
Koma. Aufgrund der Darmentzündungen , Veränderung der Körperflüssigkeiten
und Vergiftung erliegt der Patient schon bald den pordromalen Syndromen
(Strahlenkrankheit).
Auswirkungen auf das zentrale
Nervensystem: Das Zentrale Nervensystem des Menschen wird ab einer
Strahlung von 20 Gy durch pathologische Veränderungen so geschädigt,
dass bei dem Geschädigten der sofortige Tod eintritt. Hierzu zählen
unter anderem die Entartung von Gehirnzellen, zerebrale Ödeme und die
Entzündung von Blutgefäßen im Gehirn. Symptome hiervon sind Schläfrigkeit,
schwere Apathie und völlige Lethargie, welche in der genannten
Reihenfolge nacheinander oder gleichzeitig auftreten. Es folgen Tremor
(Muskelzittern) und Koordination der Muskeln, tiefe Bewusstlosigkeit,
sowie Krämpfe und Schockzustände. Selbst wenn der Tod erst Tage später
eintreten sollte, sind die betroffenen Personen sofort handlungsunfähig
und desorientiert.
Auswirkungen auf die Lunge: Vor
allem inkorporierte radioaktive Partikel können die Lunge schädigen, je
nach Dosis auch zum akuten Tod führen. Bindegewebeentzündungen und
Lungenkrebs sind weitere mögliche Folgen, welche auf Schädigung der
Lungenzellen und Lungenwände zurückzuführen sind. Die Membran der
Lungenbläschen (Alveolen) kann so verändert werden, dass diese Flüssigkeiten
aufnehmen. Symptome sind Kurzatmigkeit, ein Gefühl des Ertrinkens und
Husten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Anschwellens der
Alveolen, was einen verminderten Gasaustausch und somit Sauerstoffmangel
mit sich bringt. Außerdem führt das Anschwellen zu Blutungen in den
alveolaren Zwischenräumen, blutigem Auswurf, Zusammenbruch der Alveolen
und Verstopfung der Lunge. Immunologische Funktionen werden gestört, so
dass eine hohe Anfälligkeit für Lungenentzündung und Infektionen
besteht. In Folge von Hypoxia (Sauerstoffmangel) kann es zu Herzversagen
kommen. Auch Vergiftung oder Lungenentzündung auf Grund der
Strahlenbelastung der Lunge, können Todesursache sein.
Auswirkungen auf die Augen:
Die Augenlinsen des Menschen sind ebenfalls sehr strahlenempfindlich. Je
nach Dosis können die Auswirkungen zwischen einer leichten Trübung und
einer vollkommenen Erblindung variieren. So tritt häufig als Folge von
Bestrahlung der Augen der Graue Star auf. Bis dieser jedoch einsetzt kann
je nach Dosis eine Inkubationszeit von ein bis zehn Jahren verstrichen
sein.
Auswirkungen auf die
Geschlechtsteile:
Radioaktivität hemmt die Zellteilung, und kann so zur Unfruchtbarkeit
beider Geschlechter führen. Sperma und Eizellen entstehen nämlich aus
der Zellteilung sogenannter Stammzellen, welche fest im Körper sitzen,
und durch die Zellteilung Zellen abgeben. Diese Unfruchtbarkeit kann sich
bei Männern nach etwa 30 Jahren zurückbilden, Frauen hingegen tragen
diese Folge normalerweise lebenslänglich.
Schwächeres Wirken von Radioaktivität auf die Geschlechtsteilung kann
eine Veränderung der Stammzellen hervorrufen, so dass sich die DNA der
Sperma oder Eizellen verändert. Hieraus resultieren genetische Schäden,
also Missbildungen am Kind.
Auswirkungen auf pränatale
Zellen: Missbildungen am Kind können durch Radioaktivität welche
in der Schwangerschaft auftritt hervorgerufen werden. Am ungünstigsten
ist das Einwirken von Radioaktivität wehrend der 8 und der 18
Schwangerschaftswoche, jedoch wirkt die Strahlung auf einen Embryo oder
einen Fötus bedeutend stärker als bei erwachsenen Menschen. So
führen Bestrahlungen nach der 18 Schwangerschaftswoche oft zu Totgeburten.
Sollte das Kind lebendig zur Welt kommen, treten am häufigsten
Missbildungen am Knochengerüst und den Augen auf. Der Kopfumfang eines so
geschädigten Kindes ist oft bedeuten kleiner, und die Anzahl der geistig
behinderten Kinder ist erstaunlich hoch. Etwas verwunderlich ist hier
vielleicht der Gebrauch des Wortes oft, jedoch stützen sich diese Erkenntnisse
auf Untersuchungen von Hiroschima, Nagasaki und Tschernobyl.
Die Strahlenkrankheit
Nachdem hier jetzt die Wirkungen auf
die einzelnen Organe besprochen wurden, wollen wir noch auf den Verlauf
einer Strahlenkrankheit, die für Ärzte vorgeschlagene Behandlung und die
Nebenerscheinungen eingehen.
Die Strahlenkrankheit wird in 4 Perioden unterteilt. Sie ist eine direkte
Folge der Sofortkernstrahlung, und tritt nur sehr selten deutlich später
und durch die Restkernstrahlung indiziert auf. Jedoch ist vor allem für
Strahlenkranke ein kontaminiertes Gebiet zu meiden. Der medizinisch korrekte
Begriff für die Strahlenkrankheit ist "Prodromal Syndrome",
welchen wir für den Rest des Textes auch verwenden werden.
Die erste Periode ist eine Primärreaktion auf die Radioaktivität. Sie
beinhaltet normalerweise ein Erbrechen des Betroffenen, Schwindel- und
Schwächeanfälle, Ermüdung, sowie gegebenenfalls Atemnot und
Durchfall. In dieser Zeit werden von Ärzten gewöhnlich Antemetika,
Spasmolytika sowie Sedativa verabreicht, je nach Bedingung kommen
noch Strophanthin, Pholedrin und Elektrolytsubstituionen hinzu.
Die zweite Periode ist eine scheinbare Genesungsperiode, wird jedoch
zutreffend als Latenzperiode bezeichnet. Der Bestrahlte fühlt sich in
dieser Periode deutlich besser. Diese Periode dauert je nach Schweregrad
des Betroffenen zwischen 2 Tagen und 6 Wochen an, wobei die Latenzzeit bei
höheren Dosen an Radioaktivität kürzer ist. Vorhanden bleiben meist
Symptome wie Schwäche, Atemnot, Appetitmangel und Schwindel. Von
Militärärzten wird in diesem Zeitraum für gewöhnlich ein Breitbandantibiotikum
verschrieben, sowie je nach Art der zurückbleibenden Symptome behandelt.
Die dritte Periode - auch Gipfelperiode genannt - wird durch
Zahlreiche letale Ausgänge gekennzeichnet. Typisch für die dritte
Syndromperiode sind:
Schläfrigkeit; Kräfteverfall; Blähsucht; Blutgeschwüre im Mund ; blutig-schleimiger Stuhl;
zahlreiche, starke und sehr schmerzhafte Krämpfe ab spätestens dem 10
Tag an; starke Halsschmerzen; zahlreiche und unkontrollierte Blutungen;
Angina; ausgeprägter Haarausfall, Fieber von oft bis zu 41 Grad C und Kurzatmigkeit.
Meistens sterben die Betroffenen mit einer Dosisbelastung überhab von 3
Gy innerhalb von 25 Tagen. Strahlungsgeschädigte mit Dosen zwischen 2 und
3 Gy haben deutlich bessere Überlebenschancen, jedoch ist auch unter
ihnen während der 3. und 4. Woche eine sehr hohe Sterberate zu
verzeichnen. Ärztliche Gegenmaßnahmen sind weiterhin das Verabreichen
von Antibiotika sowie Elektrolytsubstitution. Erforderlichen Falls kommen
wieder Spasmolytika, Strophanthin, Pholedrin, PAMBA, und Sedativa hinzu.
Laut Lehrbüchern der DDR für Militärmedizin sind zuerst Patienten zu
behandeln, welche eine gute Überlebenschance haben, schwerere Fälle der
prodromal Syndrome seien absolut sekundär. So verteilt sich die
medizinische Hilfe primär auf die Patienten mittlerer Strahlenbelastung.
Wollen wir uns sachlich mal korrekt ausdrücken und sagen, dass bei
manchen Patienten noch eine vierte Periode hinzukommt. Diese Periode ist
die der Genesung. Die ärztliche Behandlung wird
wie bei einer gewöhnlichen Krankheit weiter fortgesetzt bis zur
endgültigen Genesung des betroffenen. Diese endgültige Genesung bezieht
sich nur auf die Strahlenkrankheit, jedoch nicht auf eventuell später
auftretende Krebsformen. Allgemein kann man sagen, dass pro aufgenommenes
Gy die Lebenserwartung eines Menschen um 5% sinkt.
Copyright 2001 by Gabriel Huber
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